Probleme beim Erwerb der Sprachen bei Mehrsprachigkeit
Bei Problemen des Erwerbes der Sprachen bei Mehrsprachigkeit ist es wichtig vor einer Beratung eine Analyse der Sprechsituationen des Kindes durch zu führen. Es ist wichtig zu erfahren wie gut die Muttersprache vom Kind beherrscht wird und welche Sprechsituationen in welcher Sprache ablaufen. Wenn die Muttersprache nicht oder auf einem nicht altersentsprechenden Niveau gesprochen wird, sollte schon beim Ausbleiben der Sprache mit zwei Jahren mit einer (zunächst kurzen) logopädischen Begleitung angefangen werden. Wenn ein dreijähriges Kind in der Muttersprache nur Zweiwortsätze spricht oder ein vierjähriges Kind meist unvollständige Sätze bildet, wird ebenfalls eine logopädische Therapie empfohlen.

Die Therapie der deutschen (Zweit-)Sprache kann erst dann angeboten werden, wenn das Kind schon genügend Möglichkeiten angeboten bekommen hat, wie z.B. über den Kindergarten, um sich selber die (deutsche) Zweitsprache an zu eignen. Ob eine Therapie notwendig ist, hängt mit mehreren Faktoren zusammen und wird von Ihrem Kinderarzt oder HNO-Arzt entschieden.

Durch Hörstörungen bedingte sprachliche Auffälligkeiten
(auch: zentral-auditive Verarbeitungsstörungen). Wenn ein Kind unter angeborenen oder erworbenen Hörstörungen leidet, sollte zunächst die Hörfunktion optimalisiert werden. Dazu kann auch eine Operation oder die Anpassung von Hörgeräten notwendig sein. Wenn die Sprache sich dadurch nicht von alleine normalisiert, ist fast immer eine logopädische Therapie erforderlich, die am Besten so früh wie möglich gestartet wird. So wird vorgebeugt, dass das Kind unnötig viel nachholen muss.

Offenes und geschlossenes Näseln
Offenes oder geschlossenes Näseln kann zum Beispiel nach der Entfernung der Nasen- oder Rachenmandeln oder bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte auftreten. Wenn für das Näseln keine organischen Ursachen (mehr) existieren, kann eine logopädische Behandlung gestartet werden.